26.9.1889 Martin Heidegger wird in der badischen Kleinstadt Meßkirch geboren. Zu dieser Stadt am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb und oberhalb des Bodensees wird Heidegger zeit seines Lebens eine innige Beziehung aufrechterhalten.

1909–1911 Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Freiburg.

1911 – 1913 Studium der Philosophie, der Geistes- und Naturwissenschaften an der Universität Freiburg.

1913 Promotion bei Arthur Schneider in Freiburg.

1914 Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Heideggers Dissertation Die Lehre vom Urteil im Psychologismus. Ein kritisch-positiver Beitrag zur Logik erscheint. Militärdienst, davon von Ende 1915 bis Anfang 1918 bei der militärischen Postüberwachungsstelle in Freiburg, von Ende August bis Anfang November bei der Frontwetterwarte 414 (3. Armee). Im November 1918 zum Gefreiten befördert.

1915 Habilitation bei Heinrich Rickert über Die Kategorien- und Bedeutungslehre des Duns Scotus (erscheint 1916).

1916 Heidegger veröffentlicht den Aufsatz Der Zeitbegriff in der Geschichtswissenschaft.

1917 Heirat mit Elfride Petri.

1919 Privatassistent bei Edmund Husserl an der Universität Freiburg.

1922 Bezug der von Elfride Heidegger geplanten Hütte in Todtnauberg/Südschwarzwald.

1923  Ordentlicher Professor ad personam auf einem außerordentlichen Lehrstuhl in Marburg.

1924  Hannah Arendt nimmt ihr Studium bei Heidegger in Marburg auf.

1927  Sein und Zeit erscheint im Rahmen des »Jahrbuchs für Philosophie und phänomenologische Forschung« in Halle. Umsetzung auf den ordentlichen Lehrstuhl für Philosophie in Marburg.

1928  Nachfolger Husserls auf dem Lehrstuhl für Philosophie I in Freiburg. Einzug in das von Elfride Heidegger gebaute Haus auf dem Rötebuck in Freiburg-Zähringen.

1929  Antrittsvorlesung Was ist Metaphysik?, die im selben Jahr veröffentlicht wird. Zugleich erscheint Kant und das Problem der Metaphysik und der Aufsatz Vom Wesen des Grundes in der Festschrift für Edmund Husserl zum 70. Geburtstag.

1930  Heidegger lehnt zum ersten Mal einen Ruf nach Berlin ab.

1931 Heidegger beginnt, die sogenannten „Schwarzen Hefte“ zu notieren. Nach späterer mündlicher Mitteilung an seinen Sohn Hermann Heidegger sollen sie erst erscheinen, wenn alles andere aus dem Nachlass vorher veröffentlicht wurde. Sie sollen die wesentlichsten Gedanken seiner Philosophie zusammenfassen. Mit ihrer Veröffentlichung wird im Jahre 2014 begonnen.

1933  Hitler zum Reichskanzler ernannt. Heidegger wird fast einstimmig zum Rektor der Freiburger Universität bestellt. Eintritt in die NSDAP. Am 27. Mai des Jahres hält Heidegger seine Rektoratsrede mit dem Titel Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Seine Vorlesung im Sommer 1933 behandelt Die Grundfrage der Philosophie, in ihr geht es vorzüglich um die »Theo-Logik« Hegels. Ablehnung des zweiten Rufs nach Berlin sowie eines Rufs nach München.

1934  Rücktritt vom Rektorat. Vorlesung im Winter 1934/35 Hölderlins Hymnen »Germanien« und »Der Rhein«.

1936 Veröffentlichung von Hölderlin und das Wesen der Dichtung. Erste Vorlesung über Nietzsche: Der Wille zur Macht als Kunst im Winter 1936/37. Heidegger arbeitet an den Beiträgen zur Philosophie (Vom Ereignis). Sie erscheinen erst im Jahre 1989.

1939  Der Zweite Weltkrieg beginnt.

1940  Heidegger hält in einem kleinen Kollegenkreis an der Freiburger Universität Vorträge über Ernst Jüngers Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt.

1941  Hölderlins Hymne Wie wenn am Feiertage. . ..

1942  Platons Lehre von der Wahrheit.

1943  Der Vortrag und Aufsatz Vom Wesen der Wahrheit erscheint.

1944  Heidegger wird im November zum Volkssturm eingezogen, im Dezember wieder entlassen. Der größte Teil der Freiburger Altstadt wird durch Luftangriffe vernichtet. Es erscheinen die Erläuterungen zu Hölderlins Dichtung.

1945  Hitlers Tod. Unbedingte Kapitulation Deutschlands. Der politische Bereinigungsausschuss empfiehlt, Heidegger mit der »Möglichkeit beschränkter Lehrtätigkeit« zu emeritieren. Die Wohnung der Familie Heidegger wird beschlagnahmt. Die Söhne Hermann und Jörg befinden sich in russischer Gefangenschaft.

1946  Der Senat der Universität Freiburg schlägt eine Emeritierung Heideggers vor und erteilt keine Lehrerlaubnis. Auch die französische Besatzungsmacht verbietet Heidegger die Lehre. Heidegger begegnet zum ersten Mal Jean Beaufret.

1947  Es erscheint der so genannte Brief über den Humanismus gemeinsam mit dem schon älteren Aufsatz Platons Lehre von der Wahrheit. Der jüngere Sohn Hermann kehrt aus russischer Gefangenschaft zurück.

1949  Das französische Lehrverbot wird aufgehoben. Heidegger hält seine Bremer Vorträge. Der Sohn Jörg kehrt eben- falls aus russischer Gefangenschaft zurück.

1950  Pensionierung. Wiederbegegnung mit Hannah Arendt. Die Holzwege werden veröffentlicht.

1951  Emeritierung. Im Wintersemester 1951/52 und im darauf folgenden Sommer hält er seine letzte große Vorlesung mit dem Titel Was heißt Denken?, die im Jahre 1954 publiziert wird.

1954  Vorträge und Aufsätze.

1955  Heidegger hält einen Vortrag Qu’est-ce que la Philosophie? in Cerisy-la-Salle in der Normandie, der ein Jahr darauf veröffentlicht wird.

1959 Unterwegs zur Sprache und Gelassenheit erscheint. Heidegger hält seinen letzten großen Hölderlin-Vortrag Hölderlins Erde und Himmel in München.

1961  Nietzsche I/II.

1962  Heidegger hält in Freiburg seinen Vortrag Zeit und Sein, der im Jahre 1969 in Zur Sache des Denkens veröffentlicht wird. Das Ehepaar Heidegger macht seine erste Griechenlandreise. Die erste englische Übersetzung von Sein und Zeit in der Übersetzung von John Macquarrie und Edward Robinson erscheint in New York.

1966  Heidegger hält das für die französische Rezeption seines Denkens enorm wichtige erste Seminar in Le Thor ab.

1967  Heidegger spricht über Die Herkunft der Kunst und die Bestimmung des Denkens in Athen. Er begegnet Paul Celan in Freiburg und Todtnauberg.

1975 Die »Gesamtausgabe« beginnt zu erscheinen.

26.5.1976 Heidegger stirbt in Freiburg-Zähringen im eigenen Haus.